Die Sixtinische Kapelle wurde nach
Sixtus IV Della Rovere benannt und zwischen 1475 und 1480
erbaut.
Die Architektur der Sixtinischen Kapelle ist mit ihrem rechteckigem
Grundriss schlicht, aber die Fresken sind ganz aussergewöhnlich.
Die Seitenwände und die Ostwand sind das Werk verschiedener
Künstler: Perugino, Sandro Botticelli, Domenico Ghirlandaio,
Rosselli und andere, die Fresken an Gewölbe und Westwand
der Kapelle stammen von Michelangelo Buonarroti.
An der Westwand befindet sich das Jüngste Gericht von
Michelangelo, und wenn die Pietà das Meisterwerk
seiner Jugendzeit ist, dann ist das Jüngste Gericht
mit Sicherheit als sein Meisterwerk der reifen Jahre anzusehen.
Die Wand scheint sich über die Sixtinische Kapelle
hinaus zu öffnen, in einer Szene des letzten Tages.
In dem Freskengemälde sind Szenen der Heiligen Schrift
und Ausschnitte aus anderen Quellen zu sehen, Figuren wie
Caronte und Minosse des Dante. Das Werk hat eine Dynamik,
deren Ursprung im Trompetenspiel und in der Geste Christus
Verdammnis liegt.
In den Lünetten: Symbole aus der Passion Jesus Christus,
der von Engeln getragen wird, darunter Gabriel.
Weiter unten, in der Mitte, Christus Richter, ungewöhnlich
kraftvoll und ohne Bart, mit herkulischem Körper. Die
Jungfrau, links, neigt ihr Haupt im Zeichen des Erbarmens;
zu ihren Füssen die Schutzheiligen von Rom, Lorenzo
und Bartholomäus (das Antlitz des enthäutet verstorbenen
Märtyrers ist ein Selbstbildnis von Michelangelo).
Rechts, der Heilige Petrus mit den Schlüsseln, Adam
und Eva, Esau und Jakob, der Cireneo mit dem Kreuz auf dem
Rücken, der Heilige Sebastian mit den Pfeilen in der
Hand, die Heilige Katharina von Alessandria, der Heilige
Biagio, Disma mit dem Kreuz, und Simone Zelota mit der Säge.
Links, der Heilige Andreas mit dem Kreuz, Giovanni Battista,
Eva entblösst, und Virgilio.
Im Register darunter, in der Mitte, Engel, die mit Trompetenklängen
die Toten erwecken. Unten links die Erwählten, die,
mit sich wieder zusammenfügenden Körpern, zum
Himmel aufsteigen. Bemerkenswert die beiden Erlösten
am Rosenkranz, eine klare anti-lutherische Anspielung. Rechts
die Hölle und die herabgestürzten Verdammten.
Sowie zwei Figuren Dantes: Caronte und Minosse, dem Michelangelo
das Antlitz von Biagio von Cesena verlieh, welcher seinerseits
das Werk stark kritisiert hatte.
Die Sixtinische Kapelle hat in der Malerei den Stellenwert,
den der Petersdom in der Architektur hat: beide stehen für
vollendete künstlerische Perfektion.
Michelangelo hat in der Sixtinischen Kapelle die Renaissance
interpretiert, und sie durch lebendige und vielsagende malerische
Elemente dargestellt. Vielleicht ist auch dies der Grund
dafür, dass die Sixtinische Kapelle seit jeher
Menschen aus allen Ländern anlockt.

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das Jüngste Gericht von
Michelangelo Buonarroti
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Der Heilige Petrus im Jüngsten Gericht
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